| Finnische Noten wie deutsche gelesen | In der finnischen Schule ist 10 die beste und 4 die einzige nicht bestandene Note; an Hochschulen gilt meist 0–5 mit 5 als Bestnote, im Abitur die lateinische Reihe von laudatur bis improbatur. Eine finnische 4 sieht aus wie eine deutsche 4 und bedeutet das Gegenteil; eine 5 ist in Finnland die Spitze, in Deutschland ein Mangel. | Noten bleiben im Original stehen und werden mit Skala und Bedeutung erläutert – nie in eine deutsche Note umgerechnet. Die Bewertung selbst bleibt Sache der zuständigen Stelle. |
| Nur Finnisch geliefert, wo Finnisch und Schwedisch verlangt sind | Für Maschinen, die in Finnland in Verkehr gebracht werden, verlangt die Maschinenverordnung 400/2008 Betriebsanleitung und Konformitätserklärung auf Finnisch und Schwedisch. Wer die schwedische Fassung weglässt, erfüllt die Sprachanforderung nicht – ein Formfehler, der den Vertrieb aufhält, nicht die Übersetzungsqualität. | Wir prüfen den Sprachbedarf vor Projektbeginn und liefern beide Amtssprachen aus einer Terminologiebasis, damit finnische und schwedische Fassung inhaltsgleich sind. |
| Oy und Oyj als „GmbH“ und „AG“ übersetzt | Eine osakeyhtiö (Oy) ist keine GmbH, eine julkinen osakeyhtiö (Oyj) keine AG: Kapitalaufbringung, Organe und Registrierung folgen finnischem Recht. Wer die Rechtsform überträgt, behauptet eine Gesellschaft, die es weder hier noch dort gibt. | Rechtsformen, Y-tunnus und das Handelsregister kaupparekisteri bleiben im Original und werden erläutert – prüfbar für Notar, Bank und Registergericht. |
| Personenkennzahl henkilötunnus falsch übertragen | Die finnische Personenkennzahl beginnt mit dem Geburtsdatum als ddmmjj, danach folgt ein Jahrhundertzeichen (+ für das 19., - oder Y für das 20., A für das 21. Jahrhundert), eine dreistellige Individualnummer und ein Prüfzeichen. Wer das Trennzeichen als Bindestrich abtippt, verschiebt das Geburtsjahr um hundert Jahre. | Die Kennzahl wird zeichengetreu übernommen und im Übersetzervermerk erläutert; Geburtsdatum und Schreibweise werden gegen Pass und übrige Urkunden abgeglichen. |
| Finnische Registerbescheinigung als deutsche Urkunde tituliert | Finnland führt ein zentrales Bevölkerungsregister; die DVV und die Kirchengemeinden stellen daraus Einzelbescheinigungen aus (virkatodistus, Auszug aus dem Bevölkerungsdatensystem). Deren Inhalt hängt davon ab, was bestellt wurde – ein Blatt mit dem Titel „Geburtsurkunde“ kann Angaben enthalten oder eben nicht, die das deutsche Standesamt braucht. | Wir übersetzen die Bescheinigung als das, was sie ist, bilden die Registerfelder nachvollziehbar ab und weisen vor der Abgabe darauf hin, wenn ein vom Amt gefordertes Feld fehlt. |
| 15 Fälle statt Präpositionen | Finnisch hat keine Präpositionen für „in/aus/zu“, sondern 15 Fälle: talossa (im Haus), talosta (aus dem Haus), taloon (ins Haus), talolla (am Haus). Wer die deutsche Präposition wörtlich überträgt, setzt eine falsche Ortsangabe oder eine falsche Frist. | Muttersprachler bilden die deutsche Präpositionalphrase auf den richtigen Fall ab; die Zuordnung ist in der geprüften Terminologie hinterlegt. |
| Konsonantengradation (Stufenwechsel) | Der Wortstamm wechselt zwischen starkem und schwachem Grad: katu „Straße“ wird im Genitiv zu kadun, pankki zu pankin, leipä zu leivän. Der falsche Grad ergibt kein schiefes Wort, sondern gar keines. | Muttersprachler beherrschen die Gradation und wählen den richtigen Stamm je Fall und Person – auch bei Straßennamen und Firmenbezeichnungen in Anschriften. |
| Vokalharmonie | Vordere Vokale (ä ö y) und hintere (a o u) mischen sich im selben Wort nicht; Endungen richten sich danach: talossa, aber metsässä. Eine harmoniewidrige Endung – gerade an deutschen Namen und Fachwörtern – ist für jeden finnischen Leser sofort ein Fremdkörper. | Die Vokalharmonie wird durchgehend gewahrt, auch an Lehnwörtern, Produktnamen und Eigennamen aus dem Deutschen. |
| Doppelbuchstaben sind bedeutungstragend | Vokal- und Konsonantenlänge werden durch Verdopplung geschrieben und unterscheiden Wörter: tuli „Feuer“ gegen tuuli „Wind“, tapan „ich töte“ gegen tapaan „ich treffe“. In einer Sicherheitswarnung ist ein Buchstabe zu wenig kein Tippfehler, sondern eine andere Anweisung. | Muttersprachler setzen die Länge exakt; kritische Wortpaare sind in der Terminologie hinterlegt und werden in der Revision gegengeprüft. |
| Firmennamen und Abkürzungen mit angehängter Fallendung | Namen und Abkürzungen bekommen im Finnischen Fallendungen, angebunden mit Doppelpunkt: EU:ssa, USA:n, Oy:n. Im Vertrag darf die Endung den Firmennamen nicht verstümmeln – die Partei muss identisch mit der Registereintragung bleiben. | Endungen werden nach finnischer Norm angebunden; der Namensstamm bleibt zeichengleich zur Eintragung im kaupparekisteri. |