| č vs. ć (und dž vs. đ) | Kroatisch unterscheidet den harten Laut č von der weichen ć und dž von đ. In Namen entscheidet das über die Identität: Jelačić ist nicht Jelačič, und ein đ ist kein dj. | Muttersprachler setzen č/ć und dž/đ zeichengetreu; auf Urkunden wird die Schreibweise gegen das Ausgangsdokument und die Passschreibweise geprüft. |
| Standardkroatisch, keine Mischvariante | Wer serbischen Wortschatz, ekavische Formen oder kyrillische Reste in einen kroatischen Text mischt, produziert einen Text, den kroatische Behörden und Leser sofort als „nicht kroatisch“ erkennen. | Wir übersetzen ausschließlich in normiertes Standardkroatisch (ijekavisch, lateinisch) – nie in eine vermischte Variante. |
| ijekavisch statt ekavisch | Der jat-Reflex trennt die Standards: kroatisch mlijeko, vrijeme, dijete – nicht mleko, vreme, dete. Eine falsche Reflexwahl markiert den Text sofort als fremd. | Die ijekavische Standardform wird durchgängig gehalten – im Fließtext wie in Terminologie und Eigennamen. |
| Sieben Fälle inkl. Vokativ | Kroatisch hat sieben Kasus und keinen Artikel; der Vokativ (Anredefall) ist eine eigene Form (Ivan → Ivane!). Deutsche Artikel- und Satzmuster 1:1 übertragen ergibt unkroatische Sätze. | Wir formulieren aus der Zielsprache heraus, mit korrekten Kasus- und Vokativformen statt durchgereichter deutscher Strukturen. |
| Verbalaspekt (svršeni/nesvršeni) | Jedes Verb hat einen vollendeten und einen unvollendeten Aspekt. „Er unterschrieb“ (einmalig, vollendet) und „er unterschrieb regelmäßig“ verlangen verschiedene Verben – in Verträgen ein Bedeutungsunterschied. | Der Aspekt wird bewusst gewählt, damit Einmaligkeit und Dauer einer Handlung rechtlich korrekt abgebildet sind. |
| Deutsche & italienische Ortsnamen | Auf älteren Urkunden stehen deutsche oder italienische Ortsnamen: Agram = Zagreb, Fiume = Rijeka, Zara = Zadar, Ragusa = Dubrovnik. | Historische Exonyme werden dem heutigen amtlichen kroatischen Ortsnamen zugeordnet, mit Anmerkung, wo die Urkunde es verlangt. |
| Germanismen: Umgangs- vs. Schriftsprache | Alltagskroatisch ist voller Germanismen (šrafciger, auspuh, cajger, špajza). In Vertrag oder Zeugnis sind sie nicht standardsprachlich. | In amtlichen Texten wird durchgängig die kroatische Standardsprache verwendet; Germanismen bleiben der mündlichen Ebene vorbehalten. |
| Sudski tumač vs. deutsche Vereidigung | Kroatien bestellt eigene ständige Gerichtsübersetzer (stalni sudski tumač) über die Gespanschaftsgerichte. Eine deutsche Beglaubigung gilt dort nicht automatisch – und umgekehrt. | Wir klären vorab, wo das Dokument gelten soll, und setzen die passende Form an: bestätigte Übersetzung für DE/AT bzw. den Weg über einen sudski tumač für Kroatien. |