| Vereinfacht vs. traditionell verwechselt | Festland/Singapur schreiben vereinfacht (简体), Taiwan/Hongkong/Macau traditionell (繁體). Die falsche Variante ist für die Zielstelle unbrauchbar – dieselbe Urkunde, aber „falsches“ Schriftbild. | Wir klären Zielland und Zielvarietät vor Projektbeginn und setzen sie durchgängig um; bei Bedarf liefern wir beide Fassungen getrennt. |
| Name: Familienname zuerst, Pinyin nach Pass | In 王小明 ist 王 (Wang) der Familienname, 小明 der Vorname; Reisepässe romanisieren in Großbuchstaben und ohne Tonzeichen (WANG Xiaoming). Wer die westliche Reihenfolge unterstellt oder eine „schönere“ Umschrift wählt, produziert einen Namen, der nicht mehr zum Ausweis passt – und damit eine Rückfrage der Behörde. | Wir übernehmen Reihenfolge und Schreibung aus dem Reisepass zeichengenau, kennzeichnen Familien- und Vornamen eindeutig und ergänzen abweichende Umschriften nur erläuternd. |
| Firmenname, Firmenstempel und Vertretungsmacht | Verbindlich ist bei chinesischen Unternehmen der chinesische Firmenname und der rote Firmenstempel (公章) – nicht die englische Bezeichnung auf der Visitenkarte und nicht allein eine Unterschrift. Wer den Stempeltext nicht mitübersetzt oder den Namen frei überträgt, verliert genau die Angabe, mit der sich die Partei identifizieren lässt. | Stempeltexte, Firmennamen und die 18-stellige einheitliche Sozialkreditnummer aus der Geschäftslizenz (营业执照) werden vollständig übertragen und im Original belassen statt „eingedeutscht“. |
| Maßgebliche Sprachfassung nicht geklärt | Zweisprachige Verträge enthalten eine Klausel dazu, welcher Text im Streitfall vorgeht. Steht dort die chinesische Fassung – oder fehlt die Klausel und ein chinesisches Gericht legt die chinesische Fassung zugrunde –, entscheidet der Wortlaut, den die deutsche Seite oft am wenigsten geprüft hat. | Die chinesische Fassung wird als das behandelt, was sie ist: der potenziell maßgebliche Text. Ein juristischer Fachübersetzer prüft sie gegen das deutsche Original, statt sie nur „mitzuliefern“. |
| Beträge: 万/亿 und Großschreibzahlen | Chinesisch gliedert Zahlen je vier Stellen (万 = 10.000, 亿 = 100 Millionen). Wer westliche Tausender 1:1 überträgt, verschiebt Beträge um Zehnerpotenzen. Auf Verträgen und Rechnungen stehen Beträge zusätzlich in fälschungssicheren Großschreibzahlen (壹贰叁 …), die sich von den Alltagsziffern unterscheiden. | Beträge werden in die chinesische Zählweise übertragen, gegen Ziffern- und Schriftzahl gespiegelt und einzeln gegengeprüft – Abweichungen zwischen beiden Schreibweisen melden wir zurück, statt sie zu glätten. |
| Zähleinheiten (量词) fehlen oder falsch | Zwischen Zahl und Substantiv steht ein Klassifikator (一份合同 „ein Vertrag“, 三名员工 „drei Mitarbeiter“). Ein fehlender oder falscher 量词 klingt ungrammatisch und laienhaft – in Angeboten und Marketingtexten der schnellste Weg, unseriös zu wirken. | Muttersprachler setzen den zum Substantiv passenden Klassifikator – ein Punkt, an dem maschinelle und laienhafte Übersetzung sofort auffällt. |
| Keine Flexion – Zeit und Zahl bleiben implizit | Chinesisch kennt keine Endungen für Plural, Fall oder Tempus; Zeitbezug entsteht über Partikel (了/过) und Zeitangaben. Wörtlich übertragen, werden Fristen und „hat geliefert“ gegenüber „wird liefern“ in Verträgen mehrdeutig – und Mehrdeutigkeit ist im Vertrag der teuerste Fehler. | Der Fachübersetzer macht Zeit-, Zahl- und Fristbezug im Zieltext explizit, statt sich auf den Kontext zu verlassen – juristisch eindeutig. |
| Encoding & Schriftsatz (GB18030 vs. Big5) | Festland-Texte nutzen GB18030, traditionelle oft Big5. Falsches Encoding oder ein Font ohne CJK-Abdeckung zerlegt Zeichen zu „□□□“ (Tofu-Kästchen); ohne Wortzwischenräume verlangt der Umbruch zusätzliche Sorgfalt. | Wir liefern das Dokument satzfertig – korrektes Encoding, geprüfte CJK-Fonts und Zeilenumbruch, damit keine Tofu-Kästchen oder zerbrochenen Zeichen entstehen. |