| Namensumschrift: ISO 843 vs. ELOT 743 vs. Pass | Standesamt und Reisepass folgen verschiedenen Normen, die Familie oft einer dritten Schreibung. Weichen die Fassungen voneinander ab, kann die Behörde die Identität hinterfragen. | Wir setzen die geforderte Norm an und vermerken die Passschreibweise; ausführlich im Abschnitt „Name & Umschrift“ oben. |
| Griechische Buchstaben lateinisch gelesen | Viele Zeichen sehen lateinischen zum Verwechseln ähnlich, stehen aber für andere Laute: Η ist kein „H“ (sondern i), Ρ kein „P“ (sondern r), Χ kein „X“. Dazu hat das kleine Sigma zwei Formen – σ im Wort, ς am Wortende –, die bei OCR regelmäßig vertauscht werden. | Jeder Buchstabe wird nach Norm umgesetzt, Eigennamen werden Zeichen für Zeichen gegen das Original geprüft. |
| Vatersname im Genitiv als Nachname gelesen | Griechische Urkunden führen Vaters- und Mutternamen (Πατρώνυμο, Μητρώνυμο) im Genitiv: Γεωργίου, Δημητρίου. Wer das Feld ungeprüft übernimmt, macht daraus einen zweiten Familiennamen – im Melderegister kann so ein Name entstehen, den es nicht gibt. | Wir übertragen die Felder als das, was sie sind, setzen den Namen in die Grundform und weisen die Genitivform aus. |
| Geschlechtsabhängige Nachnamensendungen | Familiennamen richten sich nach dem Geschlecht: Παπαδόπουλος (Mann) gegenüber Παπαδοπούλου (Frau). Für ein deutsches Amt sieht das nach zwei verschiedenen Namen aus – im Erbfall genau dort, wo die Verwandtschaft nachgewiesen werden muss. | Wir geben die Endungen korrekt wieder und erläutern die geschlechtsbedingte Form, damit die Familienzugehörigkeit nachvollziehbar bleibt. |
| Katharevousa und polytonische Schrift in Alturkunden | Personenstands- und Kirchenurkunden bis in die 1970er-Jahre sind meist in der archaischen Amtssprache Katharevousa und im polytonischen Akzentsystem verfasst – andere Grammatik, anderer Wortschatz, mehrere Akzentzeichen. Wer nur modernes Griechisch (Dimotiki, seit 1982 monotonisch) liest, missversteht Formeln und Daten. | Solche Dokumente übernehmen Übersetzer, die Katharevousa und die polytonische Schrift lesen. |
| Grundstück im Kataster falsch bezeichnet | Griechische Immobilien sind je nach Region über das Hypothekenamt (Band/Blatt) oder über das nationale Kataster mit der Kennnummer ΚΑΕΚ erfasst. Wird die Bezeichnung ungenau übertragen, lässt sich die geerbte Fläche im Nachlassverfahren nicht eindeutig zuordnen. | Register-, Band-, Blatt- und ΚΑΕΚ-Angaben werden zeichengenau übernommen und die zuständige Registerart benannt, statt sie mit dem deutschen Grundbuch gleichzusetzen. |
| Ortsnamen & deutsche Exonyme | Μόναχο ist München, Νυρεμβέργη Nürnberg; umgekehrt ist Θεσσαλονίκη Thessaloniki (Saloniki), Αθήνα Athen. Wer Ortsnamen bloß transkribiert, erzeugt auf der Urkunde einen unbekannten Ort. | Etablierte Exonyme werden verwendet, wo sie amtlich gelten, und der Originalname bei Bedarf ergänzt. |
| Falsche Freunde | εμπάθεια bedeutet Voreingenommenheit/Groll, nicht „Empathie“ (das ist ενσυναίσθηση); συμπαθητικός heißt „sympathisch/nett“. Wortähnlichkeit führt hier direkt in die Irre. | Muttersprachler übersetzen die Bedeutung, nicht die Ähnlichkeit; kritische Termini sind in der geprüften Terminologie hinterlegt. |
| Abschluss und Note „umgerechnet“ | Ein Πτυχίο ist kein deutsches Diplom und kein Bachelor mit festem Gegenstück; die Skala läuft von 0 bis 10, bestanden ist ab 5, Άριστα beginnt bei 8,5. Wer daraus schematisch eine deutsche Note macht, verschiebt den Rang. | Titel, Fächer und Noten bleiben im Original mit erklärender Entsprechung; die Einordnung trifft die Anerkennungsstelle, die sich an der Bewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) und deren Datenbank anabin orientiert. |