| Namensordnung: Familienname zuerst | Im Ungarischen steht der Familienname vor dem Vornamen: Nagy János = Herr Nagy, Vorname János. Bei Frauen kommt die Form -né hinzu (Kovács Jánosné). In deutschen „Vorname/Nachname“-Feldern wird das leicht vertauscht – auf Urkunden ein Identitätsfehler. | Die Namensreihenfolge wird korrekt gemappt und markiert; Vor- und Nachnamensfelder werden abgeglichen, damit die rechtliche Identität eindeutig bleibt. |
| Bis zu 18 Fälle statt Präpositionen | Ungarisch ist agglutinierend und hängt Fallendungen an: házban (im Haus), házból (aus dem Haus), házhoz (zum Haus), házzal (mit dem Haus). Wer die deutschen Präpositionen wörtlich überträgt, markiert falsch. | Muttersprachler bilden die deutsche Präpositionalphrase auf die richtige Endung ab; die Zuordnung ist in der geprüften Terminologie hinterlegt. |
| Vokalharmonie | Suffixe haben zwei bis drei Varianten, je nach Vokalen des Stamms: -ban/-ben (házban, aber kertben), -hoz/-hez/-höz. Eine harmoniewidrige Endung – gerade bei Fremdnamen – ist sofort falsch. | Die Vokalharmonie wird durchgehend gewahrt, auch bei fremden Namen und Fachbegriffen. |
| Bestimmte vs. unbestimmte Konjugation | Das Verb ändert sich, je nachdem, ob das Objekt bestimmt ist: olvasok egy könyvet „ich lese ein Buch“ vs. olvasom a könyvet „ich lese das Buch“. Deutsch kennt das nicht; die falsche Form ändert die Aussage. | Muttersprachler wählen die richtige Konjugation aus dem Kontext – Bestimmtheit wird korrekt abgebildet. |
| Kein Genus (ő = er/sie) | Ungarisch hat kein grammatisches Geschlecht; das Pronomen ő heißt „er“ und „sie“. Aus dem Ungarischen ins Deutsche muss das Geschlecht rekonstruiert werden – auf einer Urkunde gibt ő es nicht her. | Das Geschlecht wird aus dem Kontext erschlossen; bei Personenstandsurkunden gleichen wir es mit den übrigen Angaben ab. |
| Lange vs. kurze Vokale (ő/ű, á/a) | Länge ist bedeutungstragend und wird durch Akzente markiert: örül „freut sich“ vs. őrül „wird verrückt“; kor „Zeitalter“ vs. kór „Krankheit“; tör „bricht“ vs. tőr „Dolch“. Ein weggelassener Akzent kippt den Sinn. | Die vollständige ungarische Orthografie bleibt erhalten – auch die Doppelakute ő und ű werden nie auf ö/ü reduziert. |
| Anrede & Register (Ön / te / maga) | Das höfliche Ön verlangt die dritte Person; te ist vertraulich, maga steht dazwischen und wirkt je nach Region unterschiedlich. Die falsche Anrede ist im Geschäfts- oder Behördenbrief ein Fauxpas. | Register und Anrede werden je Zweck festgelegt und konsequent durchgehalten – förmlich für Ämter und B2B, vertraut nur, wo es passt. |
| Falsche Freunde & „übersetzte“ Rechtsformen | farmer heißt Jeans, nicht Farmer; und eine GmbH ist keine Kft., eine AG keine Zrt./Nyrt. Ämter wie közjegyző (Notar) oder anyakönyvi hivatal (Standesamt) haben kein deutsches 1:1-Gegenstück. | Rechtsformen, Register und Behörden bleiben im Original mit erklärender Entsprechung – kein fremdes Institut wird untergeschoben. |