| Bokmål oder Nynorsk | Norwegisch hat zwei offizielle Schriftnormen. Bokmål (verbreitet, dänisch-nah) und Nynorsk (aus westnorwegischen Dialekten) unterscheiden sich in Formen und Wortschatz. Die falsche Norm wirkt fremd oder ist – je nach Behörde und Region – schlicht unzulässig. | Die Zielnorm wird vor Projektbeginn festgelegt und samt Terminologie über das ganze Dokument konsistent gehalten. |
| Æ, Ø, Å & die Aa-Schreibung | Die Sonderbuchstaben æ, ø, å stehen am Alphabet-Ende und dürfen in Namen nicht beliebig zu ae/oe/aa aufgelöst werden; „aa“ steht historisch noch in manchen Namen. Falsch transliteriert, stimmt der Name auf der Urkunde nicht mehr. | Sonderzeichen und Sortierung werden urkundengetreu übernommen, nicht „eingedeutscht“. |
| Nachgestellter bestimmter Artikel | Norwegisch hängt den Artikel an: et hus → huset (das Haus), en bil → bilen. Als eigenes Wort behandelt, entstehen falsche Formen. | Bestimmtheit und Genus werden nach norwegischer Grammatik als Suffix gebildet. |
| Drei Genera (boka vs. boken) | Bokmål erlaubt Maskulinum, Femininum und Neutrum – die feminine Form (boka) statt der gemeinsamen (boken) ist zugleich eine Stil- und Normfrage; Nynorsk unterscheidet strikt drei Genera. Willkür wirkt unprofessionell. | Genus und Formen werden je Zielnorm konsequent gewählt – nicht gemischt. |
| Falsche Freunde Deutsch–Norwegisch | „gift“ heißt im Norwegischen verheiratet und Gift, „frisk“ gesund, „øl“ Bier, „time“ Stunde/Termin. Ein einziges Wort kippt die Aussage – im Vertrag oder Befund folgenreich. | Muttersprachler mit Fachgebiet übersetzen die Bedeutung, nicht die Wortähnlichkeit; kritische Termini sind in der geprüften Terminologie hinterlegt. |
| Ortsnamen & Schreibung | Norwegische Ortsnamen sind gesetzlich geregelt (lov om stadnamn) und tragen oft bestimmte Endungen; Å ersetzt vielerorts das alte „Aa“. Frei „übersetzte“ oder falsch geschriebene Orte machen Adressen und Urkunden fehlerhaft. | Ortsnamen werden nach amtlicher Schreibung übernommen, nicht angeglichen oder rückübersetzt. |
| Fødselsnummer, Datums- & Zahlenformate | Die norwegische Personennummer (fødselsnummer, 11 Stellen), Datums- und Zahlenformate (Komma als Dezimalzeichen) stehen auf Urkunden in fester Form. Umformatiert weicht das Dokument vom Original ab. | Personennummern, Daten und Beträge werden verbatim übernommen und im Layout nachgebildet. |