| Ära-Datum (Wareki) falsch umgerechnet | Amtliche Dokumente datieren nach Ära: 令和 (Reiwa) seit 1. Mai 2019, davor Heisei und Shōwa. „Reiwa 6“ ist 2024 – und 2019 zerfällt in zwei Ären, Heisei 31 bis Ende April, Reiwa 1 danach. Wer die Zahl 1:1 als Jahr überträgt, verschiebt Geburts-, Prioritäts- oder Ausstellungsdatum um Jahrzehnte. | Wir rechnen zwischen Wareki und gregorianischem Kalender um, achten auf die Ärenwechsel im laufenden Jahr und führen im Zweifel beide Angaben mit Übersetzervermerk. |
| „Geburtsurkunde“, die es nicht gibt | Japan stellt keine Einzelurkunde nach deutschem Muster aus, sondern führt das Familienregister 戸籍. Wer den Auszug (戸籍謄本) kurzerhand als „Geburtsurkunde“ betitelt, unterschlägt Registerstruktur, Haushaltsvorstand und Eintragungsdaten – genau die Angaben, die das Standesamt abgleicht. | Wir übersetzen den Registerauszug als das, was er ist, bilden die Registerfelder nachvollziehbar ab und ordnen ihn mit Übersetzervermerk dem deutschen Nachweiszweck zu. |
| Namensordnung, Lesung und Passschreibweise | Der Familienname steht zuerst (山田太郎 = Yamada Tarō), und dieselben Kanji haben mehrere Lesungen; das Register kennt nur die Zeichen, der Reisepass nur die lateinische Umschrift. Rät man die Aussprache, steht auf der Übersetzung ein anderer Mensch als im Ausweis. | Wir gleichen Reihenfolge und Umschrift gegen den Reisepass ab, ergänzen bei Bedarf die Lesung (Furigana) und halten die Schreibweise über alle Dokumente eines Vorgangs identisch. |
| Rechtsform „übersetzt“ (株式会社 → GmbH) | Eine 株式会社 (Kabushiki Kaisha) ist eine Aktiengesellschaft japanischen Rechts, eine 合同会社 (Gōdō Kaisha) etwas anderes als eine GmbH. Wer die Rechtsform eindeutscht, behauptet eine Gesellschaft, die es so nicht gibt – im Vertrag ein Haftungsproblem, im Registerauszug ein Ablehnungsgrund. | Rechtsformen, Register und Behörden bleiben im Original mit erklärender Entsprechung stehen, statt durch ein deutsches Institut ersetzt zu werden. |
| Zahlengliederung 万/億 in Bilanz und Angebot | Japanisch gruppiert Zahlen in Zehntausendern: 万 = 10.000, 億 = 100 Mio. „5,000万円“ sind 50 Mio. Yen, nicht 5.000. Wer stur nach Dreiergruppen liest, verrechnet sich in Angeboten und Abschlüssen um Zehnerpotenzen. | Beträge und Größenordnungen werden in die Zielkonvention umgesetzt und bei Verträgen, Angeboten und Abschlüssen gegengeprüft – Zahl und Einheit getrennt kontrolliert. |
| Patentanspruch: offen oder abschließend | Im Anspruch entscheidet die Formulierung über den Schutzumfang: „を含む“ und „を備える“ zählen offen auf, „からなる“ abschließend; dazu die feste Schlussformel „…を特徴とする“. Eine falsche Wahl verengt oder weitet den Anspruch gegenüber dem Original. | Patentschriften übersetzen Fachübersetzer mit einschlägiger Praxis, die Anspruchsstruktur, Bezugszeichen und Aufzählungslogik unverändert abbilden. |
| Fremdnamen und Lehnwörter in Katakana uneinheitlich | Deutsche Namen, Marken und Fachbegriffe werden in Katakana transkribiert (München → ミュンヘン). Eine frei geratene Schreibung erzeugt Varianten, die in Datenbanken und Ersatzteilkatalogen nicht mehr auffindbar sind. | Wir setzen die etablierte Katakana-Transkription an und halten sie per Terminologie über das ganze Dokument und alle Folgeaufträge konsistent. |
| Höflichkeitsstufe am Adressaten vorbei | Das Keigo (敬語) staffelt jeden Satz nach dem Verhältnis zum Empfänger. Ein Angebot im Ton einer Bedienungsanleitung wirkt schroff, ein Vertrag voller Höflichkeitsformeln unpräzise – beides bemerkt der japanische Leser sofort, ohne es zu erwähnen. | Wir legen das Register je Textsorte und Adressat fest – Vertragssprache, Geschäftskorrespondenz, Anwenderinformation – und halten es über Style Guide und Folgeaufträge durch. |
| Vollbreite vs. Halbbreite Zeichen (全角/半角) | Ziffern, lateinische Buchstaben und Satzzeichen gibt es voll- (123) und halbbreit (123). Amtliche Formulare und Systeme verlangen oft eine bestimmte Form; eine Mischung bricht Layout oder Formularvalidierung. | Wir setzen die geforderte Zeichenbreite konsistent und stimmen sie auf Formular- oder Systemvorgaben ab. |
| Zeilenumbruch ohne Kinsoku, Tofu-Zeichen | Japanisch trennt Wörter nicht durch Leerzeichen; Umbruchregeln (Kinsoku) verbieten bestimmte Zeichen am Zeilenanfang/-ende. Falscher Umbruch oder ein Font ohne CJK-Abdeckung zerreißt den Satz oder erzeugt „□□□“ (Tofu). | Wir liefern satzfertig – Kinsoku-konformer Umbruch, geprüfte japanische Fonts und korrektes Encoding, damit die Datei „sitzt“. |