| Übersetzung schon in Tadschikistan anfertigen lassen | Eine in Duschanbe notariell beglaubigte Übersetzung wirkt vollständig – deutsche Stellen nehmen sie im Regelfall nicht an. Das Merkblatt der bayerischen Oberlandesgerichte verlangt sie „von einem in der Bundesrepublik Deutschland öffentlich bestellten und allgemein beeidigten Übersetzer“. | Wir fertigen die Übersetzung in Deutschland an – mit Stempel, Unterschrift und Bestätigungsvermerk eines hier vereidigten Übersetzers, in der Form, die das Amt kennt. |
| Auf die Apostille aus Duschanbe gesetzt | Tadschikistan ist dem Haager Apostille-Übereinkommen 2015 beigetreten, die Bundesrepublik hat gegen den Beitritt Einspruch erhoben. Zwischen Deutschland und Tadschikistan gilt das Übereinkommen deshalb nicht – die Apostille läuft hier ins Leere, und die deutsche Botschaft legalisiert tadschikische Urkunden derzeit nicht. | Wir klären vor dem Auftrag, welchen Nachweis die konkrete Stelle verlangt, und liefern das, worauf Sie tatsächlich Einfluss haben: eine vollständige, beglaubigte Übersetzung. |
| Sonderbuchstaben ғ ӣ қ ӯ ҳ ҷ vereinfacht | Das tadschikische Alphabet ergänzt das Kyrillische um sechs Zeichen. Fehlt der Font oder liest die Texterkennung sie als г, и, к, у, х, ч, entstehen andere Wörter – und andere Namen. | Wir setzen vollständige tadschikische Zeichensätze ein und prüfen jeden dieser sechs Buchstaben gegen die Vorlage. |
| Vor-1998-Schreibung nicht erkannt | Die Rechtschreibreform 1998 strich ц, щ, ы, ь. Sowjetische und frühe postsowjetische Urkunden führen sie weiter; wer nur die heutige Norm kennt, verliest Orte und Namen oder hält die Urkunde für fehlerhaft. | Unsere Übersetzer erkennen die vorreformierte Schreibung, übertragen sie normtreu und lassen kein Zeichen unter den Tisch fallen. |
| Familienname: -ов/-ев neben -зода/-ӣ/-ён | Seit 2016 tragen neu registrierte tadschikische Kinder keine russischen Endungen mehr; ältere Namen blieben unverändert. Eltern auf -ов und Kinder auf -зода sind daher normal – kommentarlos übersetzt, zweifelt die Behörde die Abstammung an. | Jede Urkunde wird in ihrer eigenen Namensform übertragen; abweichende Schreibungen und die Passfassung werden ausgewiesen, sodass die Zuordnung nachvollziehbar bleibt. |
| Vatersname zum zweiten Vornamen gemacht | Sowjetisch geprägte Urkunden führen den Vatersnamen (-ович/-овна) als eigenes Namensglied; das deutsche Personenstandsrecht kennt dieses Feld nicht. Wird er stillschweigend zum Vornamen erklärt oder gestrichen, weichen Urkunde und Pass voneinander ab. | Der Vatersname wird als solcher benannt und an der Stelle geführt, an der er in der Urkunde steht – ohne ihn umzudeuten oder zu unterschlagen. |
| Als Farsi oder Dari vergeben | Tadschikisch, Farsi und Dari sind Varietäten des Persischen und gesprochen weitgehend verständlich. Im Schriftbild liegen Welten dazwischen: Tadschikisch kyrillisch, Farsi und Dari in arabischer Schrift. Ein Farsi-Übersetzer liefert die falsche Schrift und trifft den russisch geprägten Amtswortschatz nicht. | Wir ordnen nach Ausstellungsstaat und Schrift zu. Geht es tatsächlich um Persisch (Farsi) aus dem Iran oder um Dari in arabischer Schrift, sagen wir das vor dem Auftrag. |
| Sowjetische Behörden- und Ortsnamen wörtlich genommen | Urkunden tragen ЗАГС, вилоят/область und ноҳия/район; Orte hießen anders: Chudschand bis 1991 Leninabad, Bochtar bis 2018 Kurgan-Tjube, Duschanbe von 1929 bis 1961 Stalinabad. Ohne Einordnung wirken Geburtsort und Ausstellungsstelle widersprüchlich. | Verwaltungs-, Behörden- und Ortsbezeichnungen werden mit ihrer heutigen Entsprechung erläutert, statt sie einzudeutschen oder unkommentiert stehenzulassen. |
| Kein grammatisches Geschlecht – „er/sie“ geraten | Wie das Persische insgesamt kennt Tadschikisch kein Genus: ӯ heißt „er“ und „sie“. Wer beim Übersetzen rät, macht aus der Antragstellerin einen Antragsteller – auf einer Urkunde kein Stilfehler, sondern ein Widerspruch zum Pass. | Das Geschlecht wird aus Urkunde und Kontext erschlossen; bleibt es offen, fragen wir nach, statt zu raten. |