| Geburtsdatum aus einer Altersangabe „errechnet“ | Die klassische Tazkira trägt kein Geburtsdatum, sondern das Alter bei Ausstellung. Wer daraus ein Datum bildet, schreibt eine Angabe in die Übersetzung, die im Original fehlt – und die später weder zum Bescheid noch zum Aufenthaltstitel passt. | Die Altersangabe wird wörtlich übertragen und im Übersetzervermerk erläutert. Ein bereits von einer deutschen Stelle gesetztes Datum – oft der 1. Januar – wird als solches kenntlich gemacht, nicht stillschweigend übernommen. |
| Afghanisches Sonnenjahr wie ein iranisches oder ein Mondjahr gelesen | Afghanische Urkunden datieren nach dem Sonnen-Hidschri, aber mit eigenen Monatsnamen (حمل، ثور، جوزا …), nicht mit den iranischen (Farvardin, Ordibehesht …) und nicht nach dem islamischen Mondkalender. Ein falsch zugeordnetes Schema datiert die Urkunde um Monate oder Jahre daneben. | Das Datum wird als afghanisches Sonnen-Hidschri erkannt, exakt gregorianisch umgerechnet und im Zweifel mit beiden Angaben geführt. |
| Vatersname als Familienname gesetzt | Viele afghanische Dokumente führen keinen Familiennamen, sondern ولد (walad-e, „Sohn des“) plus Vatersname. Wird das stillschweigend als Nachname übernommen oder je Dokument anders gelöst, entstehen aus einer Person zwei Aktenidentitäten. | Die Struktur des Originals bleibt erkennbar; wir übernehmen die Schreibweise Ihrer deutschen Papiere und weisen die abweichende Form der Urkunde im Vermerk aus. |
| Namensumschrift weicht von Pass und Bescheid ab | Derselbe Name erscheint lateinisch in mehreren gängigen Varianten (Mohammad/Muhammad/Mohammed, Wali/Walai, Zadran/Jadran). Weicht die Übersetzung von Pass, Aufenthaltstitel oder Aktenzeichen ab, folgt eine Rückfrage – im schlechtesten Fall der Verdacht abweichender Identität. | Maßgeblich ist die Schreibweise in Ihren deutschen Dokumenten. Wir führen sie über alle Unterlagen konsistent und ergänzen die abweichende Originalform nur erläuternd. |
| Paschtu-eigene Buchstaben durch persische oder arabische ersetzt | Paschtu kennt Buchstaben, die Persisch und Arabisch nicht haben (ټ ډ ړ ږ ښ ځ څ ڼ ې ۍ). Ein persisches Tastaturlayout oder eine arabische Autokorrektur ersetzt sie durch ähnlich aussehende Zeichen – aus einem Namen wird ein anderer. Dazu kommen die persischen Formen ک (U+06A9) und ی (U+06CC), die nicht mit den arabischen ك/ي verwechselt werden dürfen. | Wir setzen echte Paschtu-Schrift mit den korrekten Unicode-Zeichen, prüfen jeden Sonderbuchstaben gegen das Original und kontrollieren Shaping und Font-Fallback im fertigen PDF. |
| Prozentnoten und „Baccalauria“ eingedeutscht | Afghanische Zeugnisse weisen Noten als Prozentwerte von 100 aus; die Baccalauria ist der Schulabschluss, nicht ein Bachelor. Wer beides in deutsche Noten und Grade „übersetzt“, behauptet eine Bewertung, die die Anerkennungsstelle selbst vornehmen muss. | Prozentwerte, Prüfungsbezeichnungen und Abschlussgrade bleiben im Original und werden erklärend eingeordnet – die Bewertung bleibt bei der zuständigen Stelle. |
| Provinz, Distrikt und Stadtviertel verwechselt | Afghanische Adressen und Ausstellungsorte laufen über Provinz, Distrikt (ولسوالۍ, wuluswali) und in Städten über das Viertel (ناحیه, nahia). Wird ein Distrikt als Stadt oder eine Nahia als Gemeinde übertragen, stimmt der Geburts- oder Ausstellungsort mit den übrigen Akten nicht mehr überein. | Verwaltungsebenen werden benannt statt ersetzt: Provinz, Distrikt und Nahia bleiben als solche kenntlich, mit erläuternder Entsprechung. |
| Aktenzeichen und Zahlen im Rechts-nach-links-Satz verrutscht | Paschtu läuft von rechts nach links. Eingebettete Aktenzeichen, Geschäftsnummern, Beträge und lateinische Namen kippen ohne saubere Bidi-Behandlung in die falsche Reihenfolge; Klammern und Bindestriche spiegeln. In einem Bescheid ist das ein falsches Aktenzeichen. | Wir setzen nach dem Unicode-Bidi-Algorithmus, prüfen jede eingebettete Zahl und jedes Aktenzeichen gegen das Original und liefern satzfertiges RTL-Layout. |