| Zusatzbuchstaben Ś/Ź ignoriert | Der Pravopis von 2009 führt Ś (с́) und Ź (з́) ein – etwa śever, iźutra. Werden sie als sj/zj aufgelöst oder weggelassen, entspricht der Text nicht der geltenden Norm. | Ś/Ź werden nach dem aktuellen Pravopis gesetzt, in Latein wie in Kyrillisch, und auf Namen gegen das Ausgangsdokument geprüft. |
| Junge Norm, veraltete Konventionen | Weil die Kodifizierung erst 2009 erfolgte, kursieren ältere Schreibungen und Termini. Eine Übersetzung nach überholter Konvention wirkt inkonsistent und normwidrig. | Wir arbeiten durchgängig nach dem geltenden Pravopis und halten Orthografie und Fachtermini konsistent. |
| Schrift: Latein oder Kyrillisch | Beide Schriften sind amtlich. Wird die Urkunde in der falschen Schrift geliefert oder gemischt, passt der Name nicht zum Ausweis oder die Stelle akzeptiert das Dokument nicht. | Die Zielschrift wird vorab mit der Empfangsstelle festgelegt und durchgängig gehalten; Namen werden regelbasiert transliteriert und an den Pass angeglichen. |
| ijekavisch obligatorisch | Standardmontenegrinisch ist durchgehend ijekavisch (mlijeko, dijete). Ekavische Formen wirken wie eine fremde Varietät und fallen in amtlichen Texten auf. | Die ijekavische Norm wird durchgängig gehalten – im Fließtext wie in Eigennamen und Terminologie. |
| Sieben Kasus samt Vokativ | Montenegrinisch dekliniert Nomen, Namen und Adjektive über sieben Fälle inklusive Vokativ. Durchgereichte deutsche Strukturen erzeugen falsche oder unnatürliche Endungen. | Formuliert wird aus der Zielsprache heraus, mit korrekten Kasus- und Vokativformen statt wörtlich übertragener deutscher Syntax. |
| Namens- & Ortsschreibung (mit Ś/Ź) | Montenegrinische Namen können Ś/Ź enthalten; Orte tragen eigene amtliche Formen. Frei „eingedeutscht“ weicht die Schreibung vom Ausweis oder Registerstand ab. | Namen und Orte werden nach amtlicher montenegrinischer Schreibung gesetzt und gegen Pass, Urkunde und Register geprüft. |
| „sudski tumač“ ≠ „vereidigter Übersetzer“ | In Montenegro bestellt das Justizministerium einen sudski tumač; in Deutschland ist es ein gerichtlich vereidigter Übersetzer. Die Systeme sind nicht deckungsgleich. | Wir klären vorab, wo das Dokument gilt, und setzen die passende Form an: bestätigte Übersetzung für DE/AT bzw. den Weg über einen sudski tumač für Montenegro. |