| Dual (dvojina) – die Zweizahl | Slowenisch hat neben Singular und Plural eine eigene Form für genau zwei. „Zwei Kinder“ heißt dva otroka (Dual), nicht otroci (Plural). Bei „beide Eltern“, „zwei Zeugen“ oder „die zwei Parteien“ wird ein Plural schlicht falsch. | Muttersprachler setzen die Dualformen bei Substantiv, Verb, Adjektiv und Pronomen korrekt – ein Merkmal, das automatische Übersetzung und Nicht-Muttersprachler regelmäßig verfehlen. |
| Diakritika č š ž | Die Häkchen-Buchstaben unterscheiden Laute und Bedeutung; Slowenisch kennt kein q, w, x, y. Wird Čeč zu „Cec“ vereinfacht, steht auf der Urkunde ein anderer Name. | Namen und Fachbegriffe werden zeichengetreu mit č/š/ž gesetzt; die Passschreibweise wird geprüft und im Bestätigungsvermerk festgehalten. |
| Sechs Fälle, keine Artikel | Slowenisch hat sechs Kasus und keinen Artikel. Bestimmtheit und Bezug entstehen über Endungen und Wortstellung – eine artikelgetreue deutsche Struktur ergibt unslowenische Sätze. | Wir formulieren aus der Zielsprache heraus: korrekte Kasusendungen statt durchgereichter deutscher Artikel- und Satzmuster. |
| Deutsche Ortsnamen-Exonyme | Auf älteren (k. u. k.) Urkunden stehen deutsche Ortsnamen: Laibach = Ljubljana, Marburg = Maribor, Cilli = Celje, Pettau = Ptuj. Wer sie unbesehen übernimmt, benennt einen Geburtsort falsch. | Historische Exonyme werden dem heutigen amtlichen slowenischen Ortsnamen zugeordnet (und umgekehrt), mit Anmerkung, wo es die Urkunde erfordert. |
| Germanismen: Umgangs- vs. Schriftsprache | Umgangssprachliches Slowenisch ist voller Germanismen (šparati, cajt, ravfank). In einem Vertrag oder Zeugnis wirken sie unprofessionell oder sind schlicht nicht standardsprachlich. | In amtlichen Texten wird durchgängig die Schriftsprache (knjižni jezik) verwendet; Germanismen bleiben der mündlichen Ebene vorbehalten. |
| Kasusdeklination von Eigennamen | Slowenische Vor- und Nachnamen werden nach Fall gebeugt (Novak – Novaka – Novaku). In laufendem Text erscheint ein Name daher in wechselnder Form; die Grundform (Nominativ) muss dennoch eindeutig bleiben. | Im Fließtext wird korrekt dekliniert, auf Urkunden aber die Nominativ-Grundform des Namens klar ausgewiesen – kein Verwechseln von Beugungsform und Passname. |
| „sodni tolmač“ ≠ deutscher „vereidigter“ | Slowenien hat ein eigenes System gerichtlich bestellter Übersetzer (sodni tolmač). Eine deutsche Beglaubigung wird dort nicht automatisch anerkannt, eine slowenische nicht automatisch in Deutschland. | Wir klären vorab, wo das Dokument gelten soll, und setzen die passende Form an: bestätigte Übersetzung durch vereidigten Übersetzer für DE/AT bzw. den Weg über einen sodni tolmač für Slowenien. |
| Datum, Zahlen & Anführung | Slowenisch schreibt das Datum als 5. 3. 2026 mit Leerzeichen, nutzt das Dezimalkomma und eigene Anführungszeichen (»…« oder „…“). Zeichengleich übernommene deutsche Typografie fällt auf. | Datums-, Zahlen- und Anführungskonventionen werden auf die slowenische Norm umgestellt – konsistent über das ganze Dokument. |