| Falsches kyrillisches Alphabet | Mazedonisch hat eigene Buchstaben (Ѓ, Ќ, Ѕ, Џ, Љ, Њ, Ј), die Serbisch und Bulgarisch so nicht kennen. Wer serbisches oder bulgarisches Kyrillisch ansetzt, produziert falsche Zeichen und Namen. | Wir setzen ausschließlich das mazedonische Alphabet und prüfen jeden Namen zeichengetreu gegen das Ausgangsdokument. |
| Kasus „erfunden“ (analytischer Bau) | Mazedonisch hat keine Nominalkasus; Beziehungen werden über Präpositionen und Wortstellung ausgedrückt. Wer deutsche oder serbische Kasus nachbaut, erzeugt falsche, unnatürliche Formen. | Wir formulieren aus der analytischen Struktur des Mazedonischen heraus – mit Präpositionen und korrekter Wortstellung statt nachgebauter Endungen. |
| Dreifacher nachgestellter Artikel (Deixis) | Der Artikel steht am Wortende und kodiert Nähe/Ferne: книгата/книгава/книгана. Deutsch „der/dieser/jener“ trifft die Nuance nur ungefähr; falsch gewählt, verschiebt sich die Bedeutung. | Bestimmtheit und Deixis (-от/-ов/-он) werden bewusst gesetzt, damit Referenz und Nähe/Ferne korrekt abgebildet sind. |
| Romanisierung für das Standesamt | ѓ, ќ, ж, ч, ш, џ haben keine deutschen Entsprechungen. Frei „eingedeutscht“ weicht der Name vom Pass ab – und die Urkunde wird zurückgewiesen. | Namen werden regelkonform romanisiert (ISO- bzw. Passschema) und exakt an die Ausweisschreibung angeglichen, nicht lautlich improvisiert. |
| Aorist & reiche Vergangenheitsformen | Mazedonisch unterscheidet synthetischen Aorist, Imperfekt und Perfekt fein. In Bescheiden und Urkunden entscheidet die Form, ob etwas als abgeschlossen, andauernd oder berichtet gilt. | Die passende Vergangenheitsform wird bewusst gewählt, damit Abgeschlossenheit, Dauer und Berichtcharakter korrekt wiedergegeben sind. |
| има-Perfekt & Nacherzählform | Mazedonisch bildet ein „haben“-Perfekt (има дојдено) und kennt eine Nacherzähl-/Berichtform (Renarrativ). Deutsch mappt hier nicht eins zu eins; wörtlich übertragen, geht die Nuance verloren. | Perfekt- und Renarrativformen werden funktional übertragen – als Berichtetes oder selbst Erlebtes, nicht als starre Wort-für-Wort-Kopie. |
| „овластен судски преведувач“ ≠ „vereidigter Übersetzer“ | In Nordmazedonien bestellt das Justizministerium einen овластен судски преведувач; in Deutschland ist es ein gerichtlich vereidigter Übersetzer. Die Systeme sind nicht deckungsgleich. | Wir klären vorab, wo das Dokument gilt, und setzen die passende Form an: bestätigte Übersetzung für DE/AT bzw. den Weg über einen судски преведувач für Nordmazedonien. |