| BS-Datum im Kopf umgerechnet | Der Bikram Sambat läuft dem gregorianischen Kalender um 56 oder 57 Jahre voraus – welcher Wert gilt, hängt davon ab, ob der Tag vor oder nach dem Neujahr Mitte April liegt. Weil die BS-Monate zudem unterschiedlich lang sind, trifft „minus 57“ das Datum bestenfalls ungefähr. | Jedes Datum wird über die amtliche BS-Kalendertabelle taggenau umgerechnet und im Zweifel doppelt ausgewiesen (BS und gregorianisch), statt geschätzt zu werden. |
| Nagarikta und Reisepass widersprechen sich | Die Nagarikta trägt das Geburtsdatum in Bikram Sambat, der nepalische Reisepass in gregorianischer Zählung. Steht in der Übersetzung ein drittes Datum, hat die Behörde drei Angaben zu einer Person – und beginnt zu prüfen, statt zu bearbeiten. | Wir stellen die Datumsangaben aus Urkunde und Pass nebeneinander und weisen Abweichungen als Anmerkung des Übersetzers aus, statt sie stillschweigend zu glätten. |
| Preeti-/Kantipur-Altschrift zerfällt | Viele nepalische Behörden- und Schultexte wurden mit den Nicht-Unicode-Fonts Preeti oder Kantipur gesetzt. Beim Kopieren in Standardsoftware entsteht lateinischer Zeichensalat statt lesbarer Devanagari – wer daraus übersetzt, übersetzt Zufallszeichen. | Preeti-Vorlagen werden als solche erkannt und vor der Übersetzung in korrekte Unicode-Devanagari überführt; gearbeitet wird ausschließlich am lesbaren Text. |
| „Character Certificate“ als Führungszeugnis gelesen | Das चरित्र प्रमाणपत्र stellt die Schule oder das College über die Führung während der Ausbildungszeit aus. Als „polizeiliches Führungszeugnis“ übersetzt, behauptet es eine Auskunft über Vorstrafen, die es nicht enthält. | Schulische Führungsbescheinigung und Police Clearance Certificate der Nepal Police werden getrennt benannt und mit ihrer tatsächlichen Aussage übersetzt. |
| Notenlogik: GPA gegen „First Division“ | Ältere nepalische Zeugnisse weisen Prozentwerte und Ränge wie „First Division“ aus, neuere Buchstabennoten mit GPA auf einer 4,0-Skala. Wer den einen Wert in den anderen umdeutet oder gleich in deutsche Noten „umrechnet“, verschiebt den Schnitt. | Noten, Skala und Prüfungsbezeichnung bleiben im Original und werden erläutert; die Bewertung bleibt bei der Anerkennungsstelle. |
| Namensordnung & Thar | Nepalische Namen kombinieren Rufname, oft einen Mittelnamen wie Bahadur oder Kumari und den Thar. Wird der Mittelname als Familienname geführt oder anders umgeschrieben als im Pass, passt die Übersetzung nicht zur Akte. | Namensbestandteile werden als Vor-, Mittel- und Familienname zugeordnet, in der Übersetzung erläutert und an Reisepass und Nagarikta abgeglichen. |
| Devanagari-Ziffern in Nummern und Beträgen | Registernummern, Aktenzeichen und Beträge erscheinen häufig in Devanagari-Ziffern (०=0, १=1, ७=7). Bleiben sie stehen oder werden sie verlesen, stimmen Registerangaben und Summen nicht mehr. | Alle Ziffernfolgen werden eindeutig in arabische Ziffern übertragen und zeichenweise gegen das Original geprüft. |
| Nepalische Stellen „übersetzt“ statt erklärt | District Administration Office, Ward Office der Palika, National Examinations Board oder Loksewa Aayog haben kein deutsches Gegenstück. Wer daraus „Einwohnermeldeamt“ oder „Prüfungsamt“ macht, behauptet eine Zuständigkeit, die so nicht besteht. | Ausstellende Stellen und Urkundentypen bleiben im Original stehen und bekommen eine erklärende Entsprechung, statt durch eine deutsche Behörde ersetzt zu werden. |
| Nepali als Hindi bearbeitet | Beide Sprachen nutzen Devanagari, doch Wortschatz, Grammatik und vor allem die Amtsterminologie unterscheiden sich (nepalisch छ gegenüber hindi है für „ist“). Eine Hindi-Näherung trifft nepalische Urkundenformeln nicht. | Es übersetzen ausschließlich muttersprachliche Nepali-Fachübersetzer; Aufträge in benachbarten Devanagari-Sprachen laufen über die jeweils eigene Sprachrichtung. |